Wasserknappheit
Wasser, ein unverzichtbarer Bestandteil des menschlichen und biologischen Lebens, gewinnt mit jedem Tag an Wert, während es gleichzeitig an wahrgenommener Bedeutung für die Menschen verliert. Faktoren wie die zunehmende Industrialisierung aufgrund der wachsenden Bevölkerung und mangelndes öffentliches Bewusstsein für Fragen des Wasserkonsums und der Sanitärversorgung sind nur einige der Gründe für diesen wahrgenommenen Bedeutungsverlust. Dieses Konzept, das auch als Wasserknappheit bekannt ist, bezieht sich auf die Abnahme der verfügbaren Wassermenge pro Kopf und Jahr und führt zu einer zukünftigen globalen Wasserknappheit. Die Wasserkrise ist kein rein nationales oder regionales Problem; sie ist ein Thema, dem die ganze Welt Priorität einräumen und das sie angehen muss.
Der Zugang zu sauberem, nutzbarem und ausreichendem Wasser ist eines der grundlegendsten Probleme, die sich durch die hohe Bevölkerungszahl im heutigen Jahrhundert ergeben. Einem Papier aus dem Jahr 2020 zufolge haben weltweit mehr als 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu trinkbarem oder für das menschliche Leben nutzbarem Wasser. Diese Zahl wurde übrigens vor den Kriegen in der Ukraine und im Gazastreifen ermittelt und geht vielen globalen Entwicklungen der letzten sechs Jahre voraus. Die Wasserkrise ist kein eigenständiges Problem, sondern wirkt sich indirekt auf viele Bereiche aus, von der Energieerzeugung bis zur Gesundheitsversorgung. Nach allgemeiner Auffassung gilt ein Land oder eine Region als ’wasserarm“, wenn die jährlich nutzbare Wassermenge pro Kopf der Bevölkerung unter 1000 m³ fällt. Wenn dieses Verhältnis zwischen 1000 und 7000 m³ liegt, spricht man von ”Wasserstress“. Selbst Länder, die als ”wasserreich“ gelten, nähern sich Tag für Tag diesen Schwellenwerten. Um den Ernst der Lage anhand eines konkreten Beispiels zu verdeutlichen, wird die zu erwartende Wassermenge pro Kopf in der Türkei auf 1200 Kubikmeter für 2030, 1116 Kubikmeter für 2040 und 1069 Kubikmeter für 2050 berechnet.
Der Mangel an Wasser bringt zunächst das Konzept der “Wasserkriege” ins Spiel, und Siedlungen, die am stärksten von diesem Konzept betroffen sind, werden als “wasserbenachteiligte Gebiete” bezeichnet. Länder im Nahen Osten und Nordafrika stehen aufgrund des Dürrerisikos und der hohen Bevölkerungsdichte an erster Stelle. Diese Länder sind aufgrund ihrer geomorphologischen Lage, geografischen Regionen und Klimazonen Orte, an denen ein hoher Anteil von Wasser benachteiligten Menschen lebt. Das Wasser, das diese Menschen erreichen können, gefällt sich nicht immer in der Kategorie “brauchbares Wasser”, da der Zugang zu Wasser für sie wesentlich schwieriger ist als für die meisten Menschen. Dieses Konzept, über das wir heute nur für wenige Regionen sprechen, hat sich aufgrund des unbewussten Wasserverbrauchs weltweit verbreitet und den Begriff der “Wasserkriege” immer stärker in den Vordergrund gerückt.
Das Konzept der Konflikte, die mit Wasserkriegen einhergehen, wirft eine weitere Dimension des Problems auf. Stattdessen sind jedoch Diplomatie und Abkommen zwischen den Ländern die richtigen Lösungswege. Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte sind Wasserkriege nicht nur auf die Eroberung von Wasser beschränkt geblieben. Vielmehr haben die Länder ihre Siedlungen immer bevorzugt an Orten mit Wasserressourcen errichtet, um ihre Zivilisationen schneller zu entwickeln und die Produktivität in Bereichen wie Landwirtschaft und Viehzucht zu gewährleisten. Kriege, die zur Eroberung dieser Gebiete geführt wurden, das heißt, Kämpfe, die indirekt zur Sicherung des Zugangs zu Wasser geführt wurden, werden als “Wasserkriege” bezeichnet.
Solange dem Wassermangel auf nationaler und internationaler Ebene nicht die gebührende Bedeutung beigemessen und kein gemeinsames Vorgehen erfolgt, wird sich die Wasserkrise weiter verschärfen. Einer der wichtigsten Vorschläge in diesem Zusammenhang ist ein bewusster Konsum und die Aufklärung der Menschen in der Umgebung darüber. Man darf nicht vergessen, dass jede große Auswirkung mit ein paar kleinen Auslösern beginnt.
Referenzen
https://dergipark.org.tr/tr/download/article-file/259635
https://dergipark.org.tr/tr/download/article-file/4502040
https://www.wwf.org.tr/?13200/dunyasugunu
